Trialmodul "Wanderer"

Für meinen ersten MAN Allrad brauchte ich unbedingt ein passendes Testgelände. Da unsere Modulnorm ein Aussenmaß von 61x61cm vorsieht, mußte auf engstem Raum eine Gebirgsszene mit anspruchsvollem Parcour sowie ein paar Hindernissen (Preiserleins) untergebracht werden. Die kleinen Wanderer gaben letztendlich dem Modul seinen Namen.

Weil es immer wieder Fragen zum Bau eines solchen Moduls gibt, möchte ich Euch hier eine Schritt- für Schritt-Anleitung geben.

Angefangen wird mit einer sogenannten Styrodur-Platte aus dem Baumarkt. Dieses Material ist härter als Styropor, lässt sich aber wunderbar bearbeiten. Es gibt die Platten in unterschiedlichen Farben und Stärken. Ich verwende eine Stärke von 30 mm mit den Aussenmaßen von 60 x 60 cm. Das Modul entspricht genau der Hälfte einer Standardplatte.

Auf dieser Platte kann man sich nun mit Montageschaum austoben und die groben Konturen festlegen. Auf meinem Gelände wollte ich unbedingt eine Brücke haben, deshalb überlegte ich mir ein U-förmiges Gebilde, verbunden durch einen schmalen Grat. Die zwei gegenüberliegenden Gipfel sollten dann durch eine Hängebrücke verbunden werden.

Nachdem der Schaum trocken und ausgehärtet ist, kann man ihn sehr einfach mit dem Messer zurecht schneiden, bzw. mit der Raspel bearbeiten. Bei diesem Arbeitsschritt werden schon diverse Details wie Zufahrtswege oder Feldwege festgelegt.

Jetzt kommt die erste Lage Zeitungspapier drauf. Am besten funktioniert's, wenn man die einzelnen Schnipsel in ganz normalen Tapetenkleister eintaucht, auf die jeweilige Stelle auflegt und mit einem Kleisterpinsel unter sanften Druck anstreicht und tupft. Auf diese Weise das komplette Modul behandeln, inklusive der Straßen und Straßengräben.

Nachdem die erste Lage komplett durchgetrocknet ist, kommt eine weitere Lage eines feineren Papiers drauf. Hier habe ich lange experimentiert, bis ich auf mehrlagiges Toilettenpapier kam, von dem ich die einzelnen Lagen wie folgt verarbeit habe. Fläche mit Kleister einstreichen, Papier auflegen, wenn nötig etwas antupfen. Hier nicht zu fest drücken, da das Papier sofort reißt.

Nachdem alles getrocknet ist, wird die ganze Fläche einmal mit handelsüblicher Dispersionsfarbe grundiert. Ich töne die Farbe mit schwarz zu einem Hellgrau ab, da mein Modul hauptsächlich aus Gebirge besteht und somit die Grundfarbe schon mal vorhanden ist. Danach kann man schon mal eine erste Probefahrt wagen, um eventuelle Fehler im Gelände zu korrigieren.

Jetzt geht's an die Details. In die etwas dunklere Farbe für meine Felsen mische ich feinen Quarzsand mit ein. Das gibt später eine schöne rauhe Oberfläche. Wenn die Schicht trocken ist, tupfe ich mit einem fast trockenen Pinsel mit etwas weiß drüber. Hier kann man mit verschiedenen Farbtönen experimentieren. Ein Bildband der Schweizer Alpen hat mir gute Dienste erwiesen.

Bei den Grasflächen gibt es zwei Lager. Die einen grundieren mit Grün, so wie ich, und bestreuen dann mit "Woodland", um eine schöne homogene Fläche zu erzielen, die anderen grundieren mit Braun, da es viel natürlicher aussieht, wenn zwischen den "Grashalmen" die Erde durchscheint. Egal für was man sich entscheidet, das Streugut wird direkt in die nasse Farbe gestreut.

Wichtig beim Bestreuen ist die natürliche Farbenvielfalt. Ruhig mit verschiedenen Farbtönen experimentieren und nachstreuen. Doch wie hält nachgestreutes Material? Mit einem Weißleim-Wasser Gemisch im Verhältnis 1:1 aus einer Sprühflasche. Dieses Verfahren kann man so oft wiederholen bis man das gewünschte Ergebnis erreicht hat. Das Gemisch trocknet absolut transparent aus.

Das Modul ist begrünt, die Feldwege gezogen und die Strecken getestet. Jetzt noch ein paar Feinheiten wie z.B. Kieselsteine als Geröll und kleine Woodland-Flocken als Büsche setzen. Die Kieselsteine werden alle einzeln mit Weißleim (Ponal) verklebt. Die Optik ist nun fertig. Die Oberfläche ist jetzt absolut empfindlich gegen Beschädigung und muß mit dem Gemisch aus der Sprühflasche geschützt werden.

Zum Schluss kam bei mir noch die Brücke zwischen die Felsen. Auf zwei schwarzen Fäden wurden die einzelnen Bretter mit Ponal aufgeklebt und ein paar "Beschädigungen" mit eingebaut. Zwei an der Felswand parkende Autos, ebenfalls verklebt, und ein paar Spaziergänger komplettieren das Modul "Wanderer"

 

Ich hoffe, dass ich es einigermaßen verständlich beschrieben habe und wünsche allen viel Spass beim Bau von eigenen Modulen.

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